Blogeinträge von Stefan Rippler

Weltweit öffentlich

Am Anfang ist man immer naiver!

Helmut Markwort entwickelt und etablierte das Magazin und den Markennamen FOCUS. Medialern.de sprach mit ihm über seinen Arbeitsalltag, seine Karriere und über Tipps für junge Journalisten.

Medialern.de: Was würden Sie einem jungen Kollegen, der gerade mit seiner Karriere beginnt, mit auf den Weg geben?

Markwort: Er sollte möglichst viel lernen: Sprachen, Betriebswirtschaft, Jura (oder beides). Er sollte versuchen, Erfahrungen im Ausland zu sammeln und sich somit gut auf das Berufsleben vorbereiten. Die Ansprüche im Journalismus werden stetig höher. Denke ich beispielsweise an die Genforschung, so muss der Journalist ja ständig auf dem neuesten Stand sein... Er sollte natürlich die klassischen Eigenschaften eines Journalistenhaben: neugierig, schreiblustig, flexibel, und so weiter.

Medialern.de: Hatten Sie, als Sie als Journalist angefangen haben, eine andere Einstellung zum Beruf als heute?

Markwort: Natürlich ist man am Anfang immer etwas naiver. Ich habe wahnsinnig viel dazu gelernt und tue dies auch heute noch. Ich habe ja bei Zeitschriften, Illustrierten gearbeitet (als Journalist, Geschäftsführer, Chefredakteur und Herausgeber), einen Radio-Sender gegründet und vieles mehr. Ich hatte nie gedacht, dass ich so schnell vorangehen würde. Ich kenne den Beruf nun von vielen Gesichtspunkten aus. Als Volontär konnte ich diese Erfahrungen kaum haben, sodass ich gegenüber früher sehr, sehr viel dazugelernt habe... und man soll mit dem Lernen nie aufhören.

Medialern.de: Wie hat sich die Medien-Branche hinsichtlich der Einstiegsmöglichkeiten verändert, wenn Sie die Situation als Sie als Journalist angefangen haben mit der heutigen vergleichen?

Markwort: Heute verlangen ja viele Medien ein abgeschlossenes Studium. Das war früher nicht so. Es ist also mit Sicherheit schwieriger geworden, in den Beruf einzusteigen. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass auf den Beruf Journalist ein starker Run zu beobachten ist und der Beruf zum Trendberuf geworden ist. Was sich gegenüber früher auch verändert hat, ist der weibliche Anteil der Bewerber. Wenn ich mir die Bewerbungen für ein Volontariat ansehe, so ist ein Prozentsatz von 60-70% der Bewerber weiblich.

Medialern.de: Was halten Sie von einem journalistischen Praktikum?

Markwort: Von einem Praktikum halte ich viel. Jedoch ist es sehr schwierig, an ein solches zu kommen. Wer sich zum Beispiel bei uns für ein Praktikum bewirbt, ohne journalistische Erfahrungen gemacht zu haben, hat keine Chance. Bei FOCUS ist eine breiteAusbildung Voraussetzung für ein Praktikum. Wünschenswert wäre, wenn der oder die Bewerber/in schon Erfahrungen bei verschiedensten Ressorts der Tageszeitung gemacht hätte, oder schon mal für eine Radio- oder TV-Station tätig war, da dasNachrichtenmagazin schon sehr speziell ist. Man sollte sich als Bewerber schon Gedanken darüber gemacht haben, in welche Sparte man möchte.

Medialern.de: Was erwarten Sie von einem jungen Kollegen, der sich beim FOCUS bewirbt?

Markwort: Neben der oben erwähnten Erfahrung sollte ein Bewerber eine gute Ausbildung vorweisen können (Abitur, abgeschlossenes Hochschulstudium...). Am liebsten wäre es mir, wenn der Bewerber gleich eine fertige, oder nahezu druckreife Geschichte mitbringt. Der Bewerber zeigt damit, dass er sich mit dem Medium, bei dem er sich bewirbt auseinandergesetzt hat und sich mit dessen (Schreib-)Stil beschäftigt hat.

[ Geändert: Sonntag, 4. August 2013, 16:10 ]