Recherche-Ablauf: Ein Überblick

1. Stoffsammlung

Als erstes solltest du ein "Brainstorming" machen. Schreib dir auf einen Zettel alles auf, was 
dir spontan zu deinem Thema einfällt. Sortieren und streichen kannst du immer noch. 


2. Der Rechercheplan

Danach erarbeitest du einen Rechercheplan. Du teilst dazu mögliche Auskunftsquellen in "subjektive" und "objektive" Quellen ein. Subjektive Quellen sind direkt vom Thema Betroffene oder deren Angehörige sowie sogenannte Verantwortliche (beim Thema Schülerzeitungszensur z.B. die Landesregierung, der Kultusminister, der Direktor). Objektive Quellen sind Literaturquellen, amtliche Statistiken, Archive und Lexikas etc. Objektiv sind aber auch Personen, die nicht unmittelbar betroffen sind, aber trotzdem bescheid wissen (bei Prinz Charles z.B. Beobachter des Hofes oder ähnliche). 
Ganz wichtig: Es gibt immer mindestens zwei Seiten! Niemals dann zu recherchieren aufhören, wenn sich die eigene Meinung bestätigt hat, aber noch nicht alle Seiten befragt wurden! Die eigene Meinung ist bei der Recherche ausgeschaltet, nicht aber natürlich die von denjenigen, die du befragst! Der Rechercheplan ist eine Art Leitfaden, an dem man sich während der Recherche orientieren kann. Er hilft dabei, diese zu strukturieren. Wichtig ist, sich zu überlegen, welche Informationen wo gesammelt werden und in welcher Reihenfolge man am sinnvollsten vorgeht.

In den Plan sollten verschiedene Möglichkeiten der Recherche einbezogen werden. So können einerseits Fakten und Hintergründe erarbeitet werden, indem man beispielsweise eine Bibliothek oder ein Archiv besucht oder im Internet nachforscht. Andererseits sind Interviews wichtige Recherchequellen, weil sie oftmals durch persönliche Meinungen tiefere Einblicke ins Thema oder weitere spannende Impulse geben. Beim Aufstellen des Plans sollte nicht vergessen werden, dass zu einer gründlichen Recherche immer gehört, verschiedene Positionen einzubeziehen.

Endlich: Du hast ein Thema, das interessant ist, und willst loslegen mit dem Recherchieren. Eine Liste von möglichen Auskunftsquellen samt Rechercheplan hast du auch schon. Aber wie sollst du jetzt vorgehen? 


3. Loslegen - oder: Grundsätze der Recherche-Arbeit

Recherche beginnt immer von innen nach außen, vom Allgemeinen ins Spezielle. Damit lässt du dir die Möglichkeit offen, dein Thema gegebenenfalls noch abzuwandeln, falls sich andere (interessantere?) Aspekte ergeben. Zunächst müssen die feststehenden Tatsachen recherchiert werden (orientiere dich an den W-Fragen: wer, was, wann, wo?). Die bleiben immer gleich. Dann kommen die interpretierbaren Fragen (wie und warum?), die von den verschiedenen Seiten unterschiedlich beantwortet werden (können).
Du darfst auf keinen Fall ohne Vorwissen in die Recherche gehen. Informiere dich zunächst 
über das Internet, Fachmedien, Büchern und ähnlichen Quellen über die Problematik. Denn: wer etwas 
erfahren will, muss bereits etwas wissen. Nur so ist es dir z.B. möglich, Widersprüche zu bemerken 
und den Interviewpartner darauf hinzuweisen oder ihn mit anderen Fakten als seinen eigenen zu konfrontieren. Achtung: Um ein Gespräch am Telefon oder von Angesicht zu Angesicht aufzuzeichnen, brauchst du die Einwilligung des Gesprächspartners. Einfach mitschneiden ist verboten. 
 

Zuletzt geändert: Sonntag, 15. September 2013, 21:06