Medien, Macht und Menschen

Ahoi, Kapitän Journalismus!

Internet statt Zeitung, Podcasts statt Radio, mp3s statt Audio-CD, DVD statt VHS-Kassette, E-Mail und SMS statt Brief: Die Digitalisierung hält Einzug in unser Alltagsleben. Informationen sind immer und überall, sekundenaktuell – dank Internet, Handy und Laptop. Viele sehen sich konfrontiert mit einer Informationsflut: Dank Internet und anderen neuen Informationstechnologien kann heute nahezu jeder Neuigkeiten verbreiten und rezipieren. 


Was ist wichtig, was nicht? Was ist richtig, was nicht? Schwierige Fragen, die ein Einzelner scheinbar alleine nicht beantworten kann. Wie auch? Wie soll er beurteilen, ob die oder jene Quelle glaubwürdig ist? Wie soll er erkennen, was wichtig ist und was nicht, wenn er vielleicht etwas viel Wichtigeres gar nicht auf seinem Informationsradar hat? 

Jeder einzelne sucht bei einer Flut von Informationen nach einem journalistischen Kapitän, der ihn lotst, Orientierung gibt, Sachverhalte gewichtet und kritisch hinterfragt, Hintergründe und Zusammenhänge erklärt und zur eigenen Meinungsbildung befähigt: Kapitän Journalismus.

Zwar haben einige Unglückliche Schiffbruch erlitten – raue See in der Medienwelt: Sie wurden mitgerissen von Sparwellen, besetzt nur noch mit halber Mannschaft. Gingen unter. 

Erfolgreichere versuchen sich über Wasser zu halten, rudern mit dem Rotstift.

Verantwortungslosere lassen sich von der Informationsflut treiben, machen gemeinsame Sache mit PR-Piraten oder werden selbst zu solch dolchwetzenden Bösewichten.

Alte Haudegen jedoch manövrieren ihre Medienflotte als wäre nie etwas gewesen. 

Andere tauschen ihre Mannschaft aus und bringen das Schiff auf Vordermann: Beispielsweise mit einem neuen Newsdeck, nein, Newsdesk. Ganz gewiefte ändern noch dazu ihren Kurs: Nicht mehr drei Knoten voraus und einen zurück, sondern gleich vier voran: „Online first“ heißt die Devise.

Manch ein Kapitän nutzt die Kompetenzen seiner Passagiere: „web 2.0“ und „User generated content“ hat sie überzeugt – so kommt man mit derselben Besatzung dank Einbindung rudernder Passagiere schneller weiter als zuvor. 

Manch erfahrene Seehasen begegnen dieser Kompetenz mit Misstrauen. Der Passagier könnte ja in die falsche Richtung rudern. So bräuchte man schlussendlich auch noch Kraft für eine Kurskorrektur.

Mit Ausnahme der Untergegangenen, Verantwortungslosen und PR-Piraten kommen alle Kapitäne ihren Zielen näher: 

Sie haben ihre Mannschaft im Griff, die Fäden in der Hand und einen ordentlichen Kompass, der das Schiff samt Besatzung durch die Informationsflut zum Zielhafen lotst – egal, ob stürmische, raue oder ruhige See.

Zuletzt geändert: Donnerstag, 23. Januar 2020, 10:14